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Kommentare von Lesern

Eingesandte Kommentare bevor es ein Gästebuch hier gab

Danke an alle, die mir – zumeist positive – Kommentare geschrieben haben! Das bestätigt mich in meinem Engagement. Aber ich danke auch allen, die Kritik geübt oder mir Informationen für meine GayStars-Seite geschrieben haben.

 ^ Kommentare

1996

Inzwischen ist meine Gay-Stars-Liste mindestens zehnmal so lang! (Keks, Okt. 1997)

01-06/1997

07/1997

08/1997

09/1997

10/1997

Ja, der Axel Axgil der ersten Homohochzeit der Welt! Siehe meine Gay-History 1989. (Keks)

Das hat jemand mal auf seiner HP schön beschrieben. Er schrieb es, weil man in der Regel sonst davon ausgeht, daß man heterosexuell sei. Und dem ist ja nicht so. Und warum nicht darüber sprechen?! Es wurde doch lange genug totgeschwiegen, unterdrückt und was-weiß-ich. Außerdem hilft es – wie ich ja auch auf meinen Seiten geschrieben habe – anderen, die in ihrer CO-Phase stehen, ungemein, wenn sie sehen, daß sie nicht alleine sind. Ich habe z.B. schon einigen Leuten bei ihrem (inneren) Coming-Out geholfen! Und man kann doch einfach darüber sprechen. Andere sprechen bzw. schreiben über ihr größtes Hobby oder ihre größte Leidenschaft. Und bei Schwulen wird das Leben nunmal (auch) stark durch die sexuelle Orientierung geprägt.
Ich stimme Dir zu, daß man darüber nicht sprechen/schreiben muss. Ein anderer hat z.B. auf seiner HP einfach nur unter "Interessen" verschiedenes aufgezählt, darunter "Jungs hinterherschauen" (im Gegensatz zu dessen Freund auf der gemeinsamen HP, der dort "Mädchen hinterherschauen" geschrieben hat). (Keks)

Ich lebe auch normal damit, da es das ja ist. Und daher muß man es auch nicht verheimlichen. Und ich hebe es ja auch nicht unbedingt so stark hervor. Denn wenn Du auf meine Homepage (nicht HomOpage!) surfst, wirst Du dort lediglich einen kleinen versteckten Link auf meine HomOpage finden, noch nichtmal das Wort "schwul" taucht auf! (Keks)

11/1997

12/1997

1998

1999

 ^ „Episoden“

Steffen K. (Chemnitz) [11/1996-08/1997]

Aha... 'nicht eingestanden, DASS ich schwul bin.' – Du scheinst Dir ja also schon sicher zu sein!?! Ich glaube, man verdrängt es auch nur, weil es in der Gesellschaft noch nicht so anerkannt ist, wie man es gerne hätte und es viele Vorurteile gab und gibt. (Keks)

[...] Das habe ich eben schon versucht, zu beschreiben. Erst als ich gemerkt habe, daß ich nicht alleine mit meinen Gefühlen bin und es eigtl. das Normalste der Welt ist, habe ich es nicht mehr verdrängt. Schließlich ist man dadurch ja kein anderer Mensch, man hat nur eine andere sexuelle Ausrichtung als die Mehrheit und Schwulsein ist was richtig Schönes! :) (Keks)

Alexander S. [09-10/1997]

 ^ Kommentar von Anders aus Dänemark

Anders hat so toll geschrieben, dass ich ihm einen eigenen Abschnitt widme. Gerade bei dem Punkt Die sexuelle Orientierung hat mit sexuellen Vorlieben/Praktiken überhaupt nichts zu tun muss ich zugeben, dass er da wohl Recht hat.

Anders' Kommentar [03.11.1996]

Hallo Oliver!

Auch ich muß Dir schreiben, wie gut und wichtig ich Deine Seiten finde. Ich bin 29 Jahre alt, schwul und wohne in Kopenhagen, DK – seit über 6 Jahren mit meinem Freund zusammen (wir haben jedoch noch nicht geheiratet, obwohl das ja hier schon seit langem möglich ist [Keks' Gay-History 1989] und die Freunde auch unheimlich drauf drängen!). Mit 12-13 Jahren (spätestens) wußte ich, daß ich schwul bin, und mit 17 hatte ich mein Coming-Out.

Viele von Deinen Gedanken habe ich genau so gehabt. Besonders dort, wo Du meinst, es liege hauptsächlich an drei Dingen, daß es so schwierig ist, sich selbst zu outen:

  1. daß es immer noch einige gibt, die Homosexualität für etwas schlimmes halten,
  2. das "Normalverhalten", wo (fast) alle einfach davon ausgehen, daß alle heterosexuell sind, und
  3. die Vorstellung, die (jedenfalls bis vor kurzem) durch Film und Fernsehen mit verbreitet und dadurch verstärkt wurde, daß schwule Männer feminin und tuntig seien und lesbische Frauen maskulin und hart, falls es solche denn überhaupt gebe.

Aber: Nein, Homosexualität ist nichts schlimmes – es ist Liebe, es ist schön, und so sehen weit die meisten Leute es ja Gott sei Dank auch heute. Um das "Normalverhalten" zu ändern, denke ich, muß man die Vorstellungen ändern. Natürlich sind wir in der Minderheit (obwohl 5-10 % eine ganz schön große Minderheit ist!) – so hat es sich die Natur oder der liebe Gott oder wer auch immer nun einmal ausgedacht, und dafür gibt es sicher gute Gründe (daß wir nicht mehr sind, aber auch daß es uns gibt!). Aber man braucht ja auch nicht gleich davon auszugehen, daß alle Homos sind, um immer im Hinterkopf zu haben, daß nicht alle Heteros sind. Beispiel: Hier in Kopenhagen haben wir viele Touristen. Wenn ich jemand auf der Straße um die Uhrzeit bitte, frage ich selbstverständlich auf dänisch, weil ich in Dänemark bin und die meisten Dänen sind. Sofort ich aber merke, daß sich eine Unsicherheit, ein Zögern, ein "Dänische-Worte-Hervorstottern" bemerkbar macht, schalte ich auf Englisch um, und das war's dann meistens auch. Dieses "Umschalten" muß in bezug auf sexuelle Orientierung noch viel mehr um sich greifen!

Und da sind wir dann bei den Vorstellungen: Es ist wichtig, Schwule und Lesben so darzustellen, wie sie sind, nämlich genauso unterschiedlich wie alle anderen auch. Der Quoten-Schwule in den vielen Serien ist ja schon einmal ein Anfang. Ich finde das – gerade für junge Homos, die sich so mit jemandem identfizieren können – gar nicht schlecht. (Vor 10-15 Jahren, als ich das gebraucht hätte, hatten wir gerade mal Steven im Denver-Clan, der dann aber immer wieder hetero wurde (urkomisch, eigentlich!), um nicht christlich-konservative Amerikaner zu sehr zu provozieren.) Immer noch haben aber viel zu viele Schwule und Lesben in den Serien (und in Filmen) wahnsinnig große Probleme mit ihrem Schwul- oder Lesbischsein. Der neuste (und wie ich meine: gute) Trend aus Amerika: Im Krimi einen schwulen Polizisten oder eine lesbische Kommissarin, im Liebesfilm ein schwules Paar, in "Ellen" eine schwule Ellen! Aber es geht eben um Krimi, Liebe und Comedy, und da gibt es dann also auch Homos – wie auch überall sonst in der Welt.

In einem Punkt, finde ich, hast Du nicht recht, Oliver: Du schreibst, daß man ja nicht mit einem Schild "Ich bin schwul!" herumzugehen braucht, und das ist wahr, jedenfalls im konkreten Sinne. Aber: Solange es immer noch Leute gibt, die nicht einsehen wollen, daß es Homosexuelle (und Bisexuelle) gibt und daß diese weder bessere noch schlechtere Menschen sind als alle anderen, sondern gleichberechtigt sind, solange ist es besonders wichtig zu seiner sexuellen Orientierung zu stehen – und dies auch offen und öffentlich zu tun. Deshalb ist ja auch Deine Prominenten-Liste so wichtig. Und dabei ist eins besonders wichtig: Die sexuelle Orientierung hat mit sexuellen Vorlieben/Praktiken überhaupt nichts zu tun. Alle können wissen, daß ich mich in Jungen/Männer verliebe, daß ich einen Freund/Mann habe, mit dem ich zusammen wohne, einkaufe, in den Urlaub fahre usw.... Aber meine sexuellen Vorlieben (ob übereinander, nebeneinander, Sado/Maso, mit Natursekt, zu zweit, dritt, viert...) sind privat und persönlich und gehen niemandem (außer meinem Freund!) etwas an. Und so denke ich, geht es den meisten Menschen, ob nun hetero, homo, bi, Mann, Frau, schwarz, weiß, Jude, Europäer, Amerikaner, alt, jung oder behindert usw.

Viel zu lange mußte man beim Wort "homosexuell" immer an Sex denken. Und nichts gegen Sex. Sex ist gut und schön und wichtig und unentbehrlich. Aber es gibt so viel anderes im Leben und in einer Beziehung. Und warum müssen die Leute immer an Sex denken, wenn ich erzähle, daß ich einen Freund habe. Hätte ich eine Freundin, wäre das nicht unmittelbar der Fall (selbst wenn ich erzählen würde, sie sei schwanger, würden alle ans Baby denken, nicht an Sex!). Heute ist Sex nicht so sehr tabu, wie es bis vor wenigen Jahren war. Das macht es auch leichter schwul oder lesbisch zu sein und dazu zu stehen. Aber daß man sich in Männer und/oder Frauen verliebt und mit ihnen ein Leben aufbaut, sagt eigentlich überhaupt nichts darüber aus, welchen Sex man mag. Das Schild mit "Ich bin schwul!" – im konkreten oder übertragenen Sinne – auch nicht. Ich denke, immer mehr Leute sehen das heute auch so, weil immer mehr Schwule und Lesben (darunter auch Prominente) offen sind, und alle sehen, daß wir keine "Sex-maniacs" sind. Und das macht es wiederum einfacher sein Coming-Out zu haben und überhaupt offen als homo zu leben.

Hoffe, daß Du diese Gedanken gebrauchen kannst – wo wir doch über so vieles entweder ganz ähnlich denken oder total einer Meinung sind. So, nun ist aber Schluß!

Viele Grüße aus Dänemark!
Anders (so heiße ich – auf dänisch ist das überhaupt nicht anders!)

Anders Sekirka